DER
FEIND Schweizer Erstaufführung
/ von JULIEN GREEN
Liebe,
Leidenschaft und Intrige. Viel gute Musik und
intelligente Unterhaltung. Alles was zu einem
grossen Theaterabend gehört.
Wir
schreiben das Jahr 1787. Zwei Jahre vor der grossen
Revolution, welche uns unter anderem Napoleon
einbrockte, war König Ludwig XVI. nach allen
Seiten hin bestrebt, sich als König auf seinem
schon angesägten und wackligen Thron zu halten.
In diesem Jahr gewährt er seinen Untertanen
neuerlich Religionsfreiheit, um den Exodus der
Protestanten, der nach der Aufhebung des Ediktes
von Nantes einsetzt, auf - und vor allem, die
unter ihnen hoch qualifizierten Fachkräfte
im Land, drinnen zu halten. Also eine Zeit im
Aufbruch und im Zeichen grosser Veränderung.
Auf Schloss Silleranges lebt Jacques mit seinem
älteren Bruder Philippe und dessen Frau Elisabeth
in der angenehmen Abgeschiedenheit und Anonymität
der französischen Provinz, als eines Nachts
ihr Bruder Pierre vor den Toren der Grafschaft
steht, halb erfroren und um Aufnahme bittend.
Pierre, der aus Angst vor der faszinierenden Macht
des "Bösen" schon in jungen Jahren
in ein Kloster eingetreten war, dieses dann wegen
einer Affäre aber wieder verliess, ist mit
seinem klaren Blick auf die Welt und ihrem Geschehen
den beiden Brüdern hoffnungslos überlegen.
Er erkennt sofort, dass Jacques ein Verhältnis
mit Philippes Frau Elisabeth hat, und sich die
drei irgendwie mit dieser Lüge arrangiert
haben. Während er die beiden Brüder
seine Macht und Überlegenheit spüren
lässt, spielt er Elisabeth gegenüber,
virtuos und erfolgreich auf der Klaviatur der
Verführung. Die Dreiecks- geschichte, die
wie ein Boulevardstück daherkommt, spielt
mit allen Facetten der menschlichen Existenz und
Dramaturgie. Das Stück verspricht ausserordentlich
intelligente Unterhaltung und ist in dieser Schweizer
Erstaufführung auch musikalisch mit den besten
Noten bestückt.
Uraufgeführt
1954 am Théâtre des Bouffes-Parisiens. Paris. Frankreich
Deutsche Erstaufführung 1955 an den Städtischen Bühnen Köln. Deutschland |
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